2025-02-20: Wir stellen vor: Sarah aus der Aidshilfe Wuppertal
Im April 2024 hat Sarah Stollmann ihren Weg in die Aidshilfe Wuppertal gefunden. Ein Glück für uns – zumal ihr Ausbildungs- und beruflicher Weg bis dahin bereits ausgesprochen umfangreich war.
Zunächst lag ihr Schwerpunkt auf dem Feld der Suchtarbeit. Im Februar 2014 schloss Sarah an der Fachhochschule Düsseldorf ihr Studium Soziale Arbeit/Sozialpädagogik als staatlich anerkannte Sozialarbeiterin bzw. staatlich anerkannte Sozialpädagogin ab.
Ihre Berufserfahrungen sammelte sie im Anschluss daran in diversen Suchthilfestellen in Düsseldorf, Leverkusen und Wuppertal sowohl im niedrigschwelligen als auch im hochschwelligen Segment. So war sie mal in einem Kontaktcafé für drogengebrauchende Menschen, mal im Konsumraum oder der Notschlafstelle tätig, mal setzte sie sich als Streetworkerin auf dem Straßenstrich ein. Sie engagierte sich in der Therapievermittlung und bot Beratung und psychosoziale Betreuung substituierter Menschen an. Ein knappes Jahr arbeitete sie im letztgenannten Bereich in einer Justizvollzugsanstalt und versuchte auch hier, drogengebrauchende Menschen in Therapie zu vermitteln. Seit 2015 war sie im ambulant Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischen Erkrankungen und/oder Suchterkrankungen aktiv.
2019 beendete Sarah eine Zusatzausbildung zur Fachberaterin in Psychotraumatologie, seit 2023 durchläuft sie neben ihrer beruflichen Tätigkeit eine weitere Ausbildung zur Soziotherapeutin.
HIV/Aids und andere STIs sind im Zusammenhang mit Drogen keine Seltenheit, so dass sie auch während ihres vorangegangenen beruflichen Wirkens immer wieder Menschen mit HIV betreute bzw. mit ihnen in Kontakt kam. Da lag der Bezug zur Aidshilfe nicht allzu fern.
Als Sarah sich dann auf ein Stellenangebot der Aidshilfe Wuppertal bewarb und im April 2024 dort auch begann, war dies folglich nicht nur den netten Kolleg*innen geschuldet, mit denen sie arbeiten würde, sondern vorrangig ihrem Interesse an einer weiteren Vertiefung in die Thematik. Dabei sprach sie die akzeptanzorientierte Einstellung/Arbeitsweise in den Aidshilfen sehr an.
Sarah übernahm fortan die Schwerpunktbereiche Frauen*, XXelle und Migration.
Ähnlich wie viele der bisher vorgestellten neuen Kolleginnen empfindet Sarah ihre frauenspezifische Arbeit – und um diese soll es hier in erster Linie gehen – als ausgesprochen vielseitig. Gemeint sind hierbei nicht allein Frauen mit HIV, sondern auch Frauen in HIV-relevanten Lebensbereichen wie z. b. Sexarbeiterinnen oder Frauen, die aus Subsahara Afrika kommen oder Frauen, die von Arten der Genitalbeschneidung betroffen sind. Für sie bietet Sarah Begleitung wie Beratung an, sorgt beispielsweise im regelmäßig stattfindenden Frauenbrunch oder dem Projekt Kochen für Klein und Groß für Vernetzung und gegenseitigen Austausch, beantwortet Fragen zu medizinischer Versorgung, Sexualität und Schwangerschaft, etc. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit und Aufklärung und versucht, peu à peu Zugänge zur Zielgruppe der Sexarbeiter*innen zu eröffnen, um auch hier entsprechende Angebote zu platzieren.
Zu einer Überschneidung der Schwerpunkte Frauen und Migration kommt es im Bereich der Aufklärung über FGM (female genital mutilation) und der Vermittlung betroffener Frauen an Fachberatungsstellen zwecks gynäkologischer Befundung, Unterstützung im Asylverfahren und der operativen Rekonstruktion im weiteren Verlauf.
Um es nochmals deutlich zu machen: Wir haben uns hier ausschließlich auf die frauenspezifische Arbeit von Sarah konzentriert, sprich: Diese bildet nur einen Teil ihrer umfangreichen und vielfältigen Tätigkeit in der Aidshilfe Wuppertal. Es gibt auch noch die offene Sprechstunde, Workshops, Testmöglichkeiten, …
Als sehr hilfreich und bereichernd empfindet Sarah zum einen den Austausch mit den Kolleginnen in der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen* und HIV/Aids in NRW – mit welchem man sich immer auf den aktuellen Stand bringen kann - sowie die Möglichkeiten, die sich durch die XXelle-Vernetzung für sie und ihre eigenen frauenspezifischen Angebote eröffnen. Zum anderen schätzt sie die zahlreichen Angebote wie Info- oder Testtage, Workshops, etc.
Wir freuen uns über unsere "neue" Kollegin Sarah im Team der Aidshilfe Wuppertal und wünschen ihr viel Energie und Elan für ihr Wirken!
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